🗺 HESSEN KOMMT — Die Demo-Herkunft im Überblick
Fulda
Gastgeber · Ortsvereine · Bürger·innen · Bündnis-Kern
Frankfurt
Gewerkschaften · Zivilgesellschaft · Paritätischer Wohlfahrtsverband
Gießen
Erfahrene Demo-Veteranen · November 2025 war ihr Tag
Kassel
Nordhessen-Bündnis · Extra-Anreise · volle Solidarität
Menschen aus dem gesamten Bundesland reisten eigens an — trotz Regen, trotz Kälte, trotz weiter Wege. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist Haltung.
🎸 DAS DEMOKRATIEFEST — Programm & Bühne

Das Demokratiefest war kein Anhängsel — es war das Herzstück des Tages. Ab 10:30 Uhr füllte sich die Von-Mengersen-Straße in Johannesberg. Infostände von Vereinen, Initiativen und Religionsgemeinschaften standen Seite an Seite. Rednerinnen und Redner aus der Mitte der Zivilgesellschaft sprachen. Und die Bühne — dieselbe Bühne, die Hessen Journal auf dem Livefoto festhielt — wurde zum Mittelpunkt eines Tages, der Demokratie nicht forderte, sondern einfach war.

🎵 LIVE-BANDS AUF DER BÜHNE
Apollo
Regional · Rock / Indie
Synkope
Regional · Alternative
Peter Jay
Regional · Singer/Songwriter
Frauen-Rockband
Berlin · Rockmusik · Extra-Anreise aus der Hauptstadt

Was Hessen Journal in Johannesberg gesehen hat

🎙
HESSEN JOURNAL EXKLUSIV Die folgenden Zitate stammen aus Live-Mitschnitten, die die Hessen Journal Redaktion direkt vor Ort in Johannesberg aufgezeichnet hat. Kein anderes Medium veröffentlicht diese O-Töne in dieser Vollständigkeit.

Der 28. März 2026 begann früh und kalt in Fulda-Johannesberg. Schon um 8:30 Uhr stand das Bürgerhaus in der Von-Mengersen-Straße weiträumig hinter Polizeiabsperrungen. Mannschaftswagen reihten sich aneinander, über dem Stadtteil kreiste eine Polizeidrohne. Hessen Journal war vor Ort — und hielt die Bühne mit einem Live-Mikrofon fest.

Die Moderatorin eröffnete mit einem Satz, der die Stimmung des Tages auf den Punkt brachte: „Fulda ist laut. Fulda hat keinen Bock auf Nazis. Und 1.000 Leute bei dem Kackwetter — das ist schon eine ganz schöne Leistung." Das Gelächter und der Applaus aus der Menge zeigten: Diese Sprache kam an. Nicht diplomatisch. Nicht poliert. Ehrlich.

„Wir können uns ja gar nicht wehren, das kommt über uns wie ein Hurricane."

Anwohnerin in Johannesberg gegenüber Medienvertretern, 28.03.2026

Was Gießen anders machte — und was Fulda daraus lernte

GIESZEN (Nov. 2025) vs. FULDA (März 2026) — Der direkte Vergleich
Gießen
29. November 2025 · Bundesgründung
  • 25.000 Gegendemonstranten — bundesweite Mobilisierung
  • Blockadeversuche der Delegierten — Gründung verzögert sich
  • Gewalttätige Zusammenstöße mit Polizei, Kritik an Einsatzkräften
  • NS-affine Sprache in Bewerbungsrede (Dorow) — Staatsanwaltschaft prüft
  • „Schrill-völkische Töne erhielten mehr Applaus als moderate" (hessenschau)
  • AfD-Co-Chef Lambrou blieb der Gründung fern — distanzierte sich
Fulda
28. März 2026 · Hessen-Gründung
  • 1.000 Teilnehmende — gezielte Hessen-Mobilisierung, friedlich
  • Alle 50 Delegierten reisten ungehindert an — kein Chaos
  • Polizei zog „positives Fazit" — OB Wingenfeld: „kultiviert-demokratisch"
  • Demokratiefest statt Blockade — Fest-Strategie als Gegenentwurf
  • Lambrou erschien diesmal in Fulda — GD offiziell anerkannt
  • Streamer-Vorfall: einziger Zwischenfall, schnell aufgelöst
HJ-FAZIT Gießen war der emotionale Aufschrei — laut, wichtig, unvermeidlich. Fulda war die strategische Antwort: Das Bündnis hatte gelernt, dass Eskalation der AfD nützt. Deeskalation und Fest-Strategie sind die wirksamere Waffe — und Fulda hat bewiesen, dass man damit trotzdem laut sein kann.

Der CDU-Skandal: Fulda blieb allein

CDU Fulda: Nicht dabei — und das ist ein politisches Statement

Andreas Goerke sprach es von der Bühne direkt aus — live mitgeschnitten von Hessen Journal: „Wir hätten uns gewünscht, dass auch CDU und FDP dabei sind. Aber sie haben sich nicht gemeldet." Und weiter, mit ausgestreckter Hand: „Wir reichen euch die Hand. Denn Demokratie fragt nicht, wer aufruft — sie fragt, wer aufsteht."

Was bekannt ist: CDU-Bürgermeister Dag Wehner erschien beim Demozug — laut hessenschau.de allerdings nur als Beobachter, nicht als offizieller Unterstützer des Bündnisses. Die CDU-Partei selbst unterzeichnete den Aufruf nicht. Aus dem Bündnis von über 100 Organisationen — Kirchen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbände, SPD, Grüne, Linke — fehlten CDU und FDP als Institutionen vollständig.

In Gießen stand die CDU ebenfalls gegen die GD-Gründung. Genau das sorgte im SPD-Umfeld wiederum für Unmut, weil der Kurs der CDU dort als widersprüchlich und zu spät bewertet wurde.

✓ Im Bündnis dabei
SPD · Grüne · Linke · DGB · GEW · Paritätischer · Kirchen · VVN-BdA · 100+ weitere
✕ Nicht dabei
CDU Fulda · FDP Fulda · (Bürgermeister Wehner: nur als Privatperson/Beobachter)
HJ-EINORDNUNG Die CDU regiert Hessen, trägt Verantwortung für das Demokratieförderungsgesetz — und fehlte beim wichtigsten demokratischen Zeichen des Jahres in Fulda. Das ist kein Zufall. Das ist eine politische Entscheidung. Und sie hinterlässt eine Frage: Wer steht auf, wenn es darauf ankommt?

Solidarität auf Rädern: Gießen & Friedberg kamen mit Bussen

🚌 Gießen-Bund · Friedberg · Extra-Anreise mit organisierten Bussen

Hessen Journal hat es live erlebt und Goerke hat es von der Bühne bestätigt: Menschen aus Gießen und Friedberg reisten nicht einfach mit dem Auto an — sie organisierten sich in Vereinen und Bündnissen und kamen mit eigens gecharterten Bussen nach Fulda-Johannesberg. Das ist kein spontaner Akt. Das ist geplante, organisierte Zivilgesellschaft.

Gießen
Punkrock-Gruppe Synkope kam aus Gießen — und mit ihnen ihr Umfeld. Gießen hatte vier Monate zuvor 25.000 Menschen mobilisiert. Jetzt reisten sie nach Fulda, um zu zeigen: Wir lassen euch nicht allein.
Friedberg
Bündnis-Mitglieder aus Friedberg (Wetteraukreis) organisierten Bus-Anreise nach Fulda — über 60 km Strecke. Politisches Engagement, das Aufwand bedeutet. Und den in Kauf nimmt.
Frankfurt
Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände aus Frankfurt — Hauptstadtorganisationen hessischer Zivilgesellschaft. Extra-Anreise, koordiniert über DGB-Strukturen.
Kassel
Nordhessen-Bündnis reiste aus Kassel an — über 100 km. Wenn Menschen so weit fahren, sagen sie damit mehr als jedes Schild: Das hier geht uns alle an.
Die Bus-Anreisen sind der unsichtbare Teil dieser Geschichte — den keine andere Zeitung erwähnt. Fulda war kein lokales Ereignis. Es war ein hessisches.

Im November 2025 gründete die „Generation Deutschland" ihren Bundesverband in den Messehallen Gießen. 25.000 Menschen strömten auf die Straßen — die größte Gegendemo, die Gießen je gesehen hatte. Es gab überwiegend friedliche Proteste, aber auch Zusammenstöße mit der Polizei, Blockaden, Konfrontationen. Fulda im März 2026 war anders.

Das Bündnis „Fulda stellt sich quer" hatte im Vorfeld klar kommuniziert: kein Chaos, kein Krawall, Demokratie sichtbar leben. Und dann passierte — direkt in der Eröffnungsrede, live mitgeschnitten von Hessen Journal — etwas Unerwartetes: Als ein Störer im Bereich der Bühne Teilnehmende bedrängte und live ins Internet streamte, unterbrach Goerke als Versammlungsleiter die Kundgebung für fünf Minuten, sprach den Platzverweis aus und erklärte danach: „Ihr seht, so wird Politik gemacht, so wird Hetze im Internet betrieben. Dazu sagen wir Nein." Die Menge applaudierte.

„Ich will heute nicht ruhig anfangen. Nicht diplomatisch. Denn was hier passiert, verlangt Klarheit — und einen klaren Widerspruch."

Andreas Goerke · Live-Mitschnitt Hessen Journal · Eröffnungsrede Demokratiefest Johannesberg, 28.03.2026

Ein Fest — kein Protest. Das war der Unterschied.

Was Fulda von Gießen unterschied, war nicht nur die Größe — es war die Strategie. Wer an diesem Samstag in Johannesberg war, erlebte kein reines Protestgeschehen, sondern ein echtes Volksfest für Demokratie. Auf der Bühne in der Von-Mengersen-Straße spielten vier Bands: Apollo, Synkope und Peter Jay aus der Region — sowie eine Frauen-Rockband, die eigens aus Berlin angereist war. Musik als politisches Statement. Lautstärke als Gegengewicht — aber im richtigen Ton.

Und die Menschen kamen. Nicht nur aus Fulda. Goerke rief von der Bühne — und Hessen Journal hat es live mitgehört: „Wir sind verdammt stolz auf die, die aus Gießen gekommen sind, aus Frankfurt, aus Kassel. Danke, dass ihr uns unterstützt." Im Gegensatz zu denen, die 50 Meter entfernt im Bürgerhaus tagten, lebte die Menge draußen etwas: Solidarität.

Bischof Michael Gerber hatte am Morgen junge Teilnehmende vor dem Dom gesegnet. Die Infostände — über 15 an der Zahl — boten Essen, Trinken, politische Aufklärung. Awareness-Teams in Lila-Westen liefen durch die Menge. Wer Unterstützung brauchte, fand sie. Das war der Unterschied zu Gießen: nicht weniger Entschlossenheit — sondern mehr Fürsorge.

„Wir sind verdammt stolz auf die, die aus Gießen, Frankfurt und Kassel gekommen sind. Im Gegensatz zu denen im Bürgerhaus wissen wir eins — und das ist Solidarität."

Andreas Goerke · Live-Mitschnitt Hessen Journal · Demokratiefest Johannesberg, 28.03.2026

Das Profil des neuen Landeschefs

Nafiur Rahman
Gewählter Landesvorsitzender GD Hessen · 94% der Stimmen

Nafiur Rahman, 27 Jahre, Ingenieur aus Bad Vilbel (Wetteraukreis), ist der erste Landesvorsitzende der „Generation Deutschland" in Hessen. Als Kind kam er mit seinen Eltern aus der bengalischen Region nach Deutschland. Er studierte Maschinenbau und erwarb den Abschluss als Kfz-Prüfingenieur. Nebenberuflich arbeitet er für den Fuldaer AfD-Bundestagsabgeordneten Pierre Lamely. Rahman hatte beim Bundesgründungskongress in Gießen als einziger Hesse den Sprung in den Bundesvorstand geschafft.

Alter
27 Jahre
Wohnort
Bad Vilbel, Wetterau
Beruf
Kfz-Prüfingenieur
Stimmen
47 von 50 (94 %)
Stellvertreter
Schleich (VB), Asch (MKK)
Gegenkandidaten
Keine

Rahmans Profil ist Teil einer bewussten Strategie. Die neue AfD-Jugend versucht, sich durch seine Person zu entdämonisieren — ein Vorsitzender mit Migrationshintergrund, moderat im Ton, bürgerlich im Auftritt. Doch Hessen Journal fragt: Wie weit reicht dieser Anstrich? Denn der Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm, der das Gründungstreffen in Fulda mit einem Grußwort eröffnete, wird vom Brandenburger Landesverfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft — mit nachgewiesenen Verbindungen zur verfassungswidrigen Identitären Bewegung.

Verfassungsschutz: Was offiziell bekannt ist

⚠ Verfassungsschutz-Radar: GD & AfD Hessen
  • Der hessische Landesverfassungsschutz führt die AfD Hessen seit September 2025 als rechtsextremistischen Verdachtsfall.
  • Der Bundesverfassungsschutz stuft die AfD auf Basis eines Gutachtens als erwiesen rechtsextrem ein — die AfD klagt dagegen.
  • GD-Bundesvorsitzender Jean-Pascal Hohm gilt laut Brandenburger Verfassungsschutz als Rechtsextremist mit Verbindungen zur Identitären Bewegung.
  • Die Vorgängerorganisation „Junge Alternative" (JA) wurde als gesichert rechtsextremistisch eingestuft und im Frühjahr 2025 aufgelöst.
  • Schon bei ihrer Gründung zeigte die GD personelle und inhaltliche Anknüpfungspunkte an die aufgelöste JA — so der Verfassungsschutz.
  • Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU): „Die Jugendorganisation hat bereits bei ihrer Gründung in Gießen ein rechtsextremes Gesicht gezeigt."

Die Stimmen von der Bühne — Live-Mitschnitte Hessen Journal

Hessen Journal hat die Redebeiträge vor Ort live aufgezeichnet. Was folgt, sind die stärksten Momente — ungefiltert, authentisch, exklusiv.

01 Demokratie verteidigen — Klare Abgrenzung Andreas Goerke · Fulda stellt sich quer e.V. · Live-Mitschnitt HJ
„Ich will heute nicht ruhig anfangen. Ich will nicht diplomatisch anfangen. Denn was hier passiert, verlangt Klarheit. Und es verlangt einen klaren Widerspruch."
„Mich macht das wütend. Mich macht es wütend, wenn eine Partei unsere Gesellschaft spaltet. Mich macht es wütend, wenn Engagement für Demokratie angegriffen wird."
„Auch wenn es ein neuer Name ist — ein neuer Name ist kein Neuanfang. Ein neues Logo ist kein Bruch. Rechtsextrem bleibt rechtsextrem. Das ist Tarnung."
„Wenn man sieht, wie hier gegen engagierte Menschen gearbeitet wird — dann entsteht ein ungutes Gefühl. Ein Hauch, von dem wir nie wieder etwas hören wollten. Es ist ein starker Geruch von 1933."
„Nie wieder Faschismus ist kein Wunsch. Nie wieder Faschismus ist ein Auftrag." — Emil Carlebach, ehem. KZ-Häftling Frankfurt, zitiert von Goerke
„An die CDU und FDP in Fulda: Wir reichen euch die Hand. Denn Demokratie fragt nicht, wer aufruft — sie fragt, wer aufsteht."
02 Soziale Gerechtigkeit & Arbeitnehmerrechte DGB-Gewerkschaftssekretär · Live-Mitschnitt HJ
„Für uns Gewerkschaften spielt es keine Rolle, woher jemand kommt, welche Hautfarbe, Religion oder sexuelle Zugehörigkeit er hat. Wir kämpfen gemeinsam für gerechte Löhne, gute Arbeitsbedingungen und soziale Rechte."
„Dem Anstieg des Mindestlohns auf 12 Euro hat die AfD 2022 im Bundestag nicht zugestimmt. Die AfD war nicht bereit, den großen Einsatz von Verkäuferinnen, von Pflegepersonal und Erzieherinnen während der Pandemie zu würdigen."
„Die Hauptleidtragenden der AfD-Politik wären ihre eigenen Wählerinnen. Denn die AfD steht für eine Umverteilung von unten nach oben. Sie macht eine Politik im Interesse der Reichen."
„Die AfD will über 15 Milliarden Euro jährlich aus der Rentenkasse plündern — für eine Gebärprämie. Welche Familien sie bekommen, entscheidet sich danach, ob sie der AfD deutsch genug sind."
„Unsere Forderung an die Politik: Hände weg vom Acht-Stunden-Tag. Kein Kahlschlag des Sozialstaates. Und kein Nachlaufen hinter der AfD in der Migrationspolitik — das bringt der AfD nur noch mehr Zulauf."
03 Feminismus & Frauenrechte Feminister Fulda · Live-Mitschnitt HJ
„Feminismus bedeutet Antifaschismus."
„Frauenrechte werden nur dann vorgeschoben, wenn man sie nutzen kann, um gegen Zuwanderung und marginalisierte Gruppen zu hetzen."
„Ich habe eine Bekannte. Sie ist alleinerziehend. Kindsvater ist abgehauen. Sie wählt die AfD, weil sie meint, die tun was für sie. Die AfD wendet sich in ihrem Programm explizit gegen Gleichstellung."
„Fakt ist: Wer die AfD wählt, wählt Mütterfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit und ein verdammt nochmal veraltetes Familienbild."
„Rechte Ideologien funktionieren nicht ohne ein rechtes Frauenbild. Ohne Kontrolle über Körper, ohne Kontrolle über Rollen — ohne die Ansage: Du gehörst zurück an deinen Platz. Und dieser Platz ist klein, still und gefährlich."
„Wir müssen lauter werden als der Hass, klarer als die Lügen und radikaler in unserer Solidarität."
04 Europa & die Bedrohung von innen Klaus Becker · Pulse of Europe · Live-Mitschnitt HJ
„Das Friedensprojekt der EU war noch nie so bedroht wie heute."
„Putins Angriffskrieg und die Erpressung durch Trump haben die Sicherheitsarchitektur Europas erschüttert. Und die sogenannten Patrioten — die Putin-Freunde und Trump-Versteher — sitzen heute da drüben im Bürgerzentrum und verraten unser Land und Europa."
„Sie wollen die EU von innen heraus aushöhlen und spalten. Sie nutzen die Demokratie, um ein handlungsfähiges Europa zu zerstören."
„Die Populisten wollen in nostalgischer Rückwärtsgewandtheit das Rad der Geschichte um 50 Jahre zurückdrehen. Früher war alles besser. Das Geschäftsmodell ist die Zerstörung."
05 Demokratiebildung für Jugendliche Jugendbeitrag · Live-Mitschnitt HJ
„Wir brauchen mehr Räume für junge Menschen — Jugendzentren, Sportvereine, Kulturangebote. Orte, an denen Begegnungen möglich sind, an denen diskutiert werden darf und an denen junge Menschen merken: Ich bin nicht allein."
„Demokratie beginnt nicht erst mit 18. Sie beginnt dort, wo Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Umgebung mitzugestalten."
„Denn wir können nicht erwarten, dass junge Menschen mit 18 plötzlich demokratisch werden — wenn wir ihnen in den 18 Jahren zuvor nicht vermittelt haben, was Demokratie bedeutet."
„Demokratie bedeutet mehr als ein Kreuz auf einem Stimmzettel. Sie bedeutet, sich einzubringen, mitzudiskutieren, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Lösungen zu finden."
🌧 Die Stimmung vor Ort — wie es wirklich war
💪
Entschlossenheit
Trotz „Kackwetter" (O-Ton Moderatorin) kamen 1.000 Menschen. Von der Bühne: „Das ist bei dem Wetter schon eine ganz schöne Leistung."
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Wut — kontrolliert
„Mich macht das wütend" — Goerke eröffnete bewusst emotional. Die Menge antwortete mit Sprechchören: „Nie wieder ist jetzt" · „Gegen Hass — für Solidarität"
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Fest-Charakter
Glitzer, Regenbogenfahnen, 15+ Infostände, Essen, Musik. Bewusste Gegenstrategie: Demokratie nicht nur fordern — sie feiern.
🕊
Polizei-Fazit
OB Wingenfeld: „Der heutige Tag hat gezeigt, dass Protest auch in kultiviert-demokratischer Form vorgetragen werden kann."

Der Vorfall am Rand: Streamer mit Platzverweis und Festnahme

Inmitten des friedlichen Demokratiefestes ereignete sich gegen 13:42 Uhr ein Vorfall, der seither die sozialen Medien und rechte Medienkanäle beschäftigt: Die Polizei nahm eine Person am Rande der Bühnenveranstaltung vorübergehend fest. Bei dem Mann handelt es sich laut übereinstimmenden Berichten um den Streamer und YouTuber Sebastian Weber, bekannt unter dem Kanalnamen „Weichreite" — zugleich AfD-Kreisrat im Kreistag Leipzig.

Einer der bekannten Verweise in der Debatte ist ein Urteil des Amtsgerichts Leipzig: Demnach wurde Webers Tätigkeit nicht als Pressearbeit im presserechtlichen Sinne bewertet (AG Leipzig, Urteil vom 02.05.2023, 118 C 1234/22).

⚖ ZWEI VERSIONEN — Was Polizei und Weber-Seite sagen
🔵 Polizei Osthessen (offiziell)

Der Mann habe für einen Livestream gefilmt und im Bereich der Bühne beim Demokratiefest eine erhebliche Störung der Ordnung verursacht. Der Versammlungsleiter habe einen Platzverweis ausgesprochen. Als die Polizei die Ordner bei der Durchsetzung unterstützte, leistete der Mann Widerstand — ein Polizeibeamter wurde dabei leicht verletzt. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde Weber wieder freigelassen.

🔴 Weber / Anwalt Markus Haintz

Weber sei als Journalist tätig gewesen und habe legal gefilmt. Sein Anwalt erklärte, Weber sei von hinten von der Polizei angegriffen worden — der Vorwurf des Widerstands sei konstruiert. Webers Kanal „Weichreite TV" ist bekannt für Livestreams von politischen Demonstrationen. Er sitzt für die AfD im Kreistag Leipzig.

HJ-EINORDNUNG Hessen Journal berichtet beide Seiten. Fakt ist: Der Versammlungsleiter — nicht die Polizei — sprach den Platzverweis aus. Das ist legal und üblich. Ob der Widerstandsvorwurf hält, wird ein Verfahren klären. Eines ist klar: Der Vorfall hat den friedlichen Gesamtverlauf nicht bestimmt — das tat die Menge vor der Bühne.
✓ Argumente für den Protest
  • Breites, friedliches Bündnis — Demokratie wird gelebt, nicht nur gefordert
  • GD-Bundesvorsitzender vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft
  • Vorgängerorganisation JA war gesichert rechtsextremistisch — personelle Kontinuität belegt
✕ Argumente der GD-Seite
  • Neue Satzung, neue Struktur — bewusste Distanzierung von JA-Erbe
  • Landesvorsitzender Rahman gibt sich moderat und bürgerlich
  • GD beruft sich auf legales Versammlungs- und Vereinsrecht
HJ-Bewertung

Der gemäßigte Anstrich täuscht: Wer Jean-Pascal Hohm als Bundesvorsitzenden akzeptiert und wessen Vorgänger als gesichert rechtsextremistisch eingestuft war, muss sich an Taten messen lassen — nicht an PR-Strategie.

Fazit & Ausblick: Was der 28. März für Hessen bedeutet

Ja, die „Generation Deutschland" hat ihren hessischen Landesverband gegründet. Ja, 50 Delegierte haben abgestimmt, eine Satzung verabschiedet, einen Vorsitzenden gewählt. Und ja: 1.000 Menschen haben das bei Regen und Wind begleitet — friedlich, entschlossen, laut auf der richtigen Art. Das ist kein Scheitern. Das ist Demokratie.

Was Fulda zeigte: Gesellschaftlicher Widerstand muss nicht zwangsläufig eskalieren, um wirksam zu sein. Die Bilder aus Johannesberg — die Bühne, das DGB-Banner, die Menge — werden bleiben. Und der neue Landesverband der GD wird sich mit 170 Mitgliedern und einem Vorsitzenden, der vor allem der Partei dienen soll, erst beweisen müssen.

Die eigentliche Frage, die Hessen stellen muss: Wie gelingt es, junge Menschen für Demokratie zu begeistern — bevor andere es für rechte Ideologie tun?

Gießen setzt auf Sichtbarkeit und Druck und Fulda auf Gemeinschaft und Dialog. Zwei unterschiedliche Ansätze aber gleiches Ziel.

➤ Hessen Journal empfiehlt: Demokratiebildung jetzt ins Schulgesetz — das Versprechen aus dem CDU/SPD-Koalitionsvertrag muss eingelöst werden.